Craft: Handwerk, Vielfalt, Genuss 1

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War mal eine Tankstelle, jetzt eine feine Micro-Brauerei: Brandys Braugarage in Wallersdorf

Bei uns beginnt sie erst, die Craft-Bier-Bewegung. Handwerkliches Bierbrauen, in kleinen Auflagen, mit Liebe und Können, nicht auf einen Massengeschmack ausgerichtet. Und Johann Brandstetter ist einer ihrer Pioniere. Wallersdorf ist nicht gerade ein Ort für Revolutionen, und dass seine Leidenschaft gerade hier so einschlägt, lässt hoffen. Wir konnten uns einen Abend lang von seinem umfangreichen Wissen beeindrucken und von seiner Leidenschaft anstecken lassen. Uns erwartete eine feine Palette selbst gebrauter Biere, begleitet von einer feinen Auswahl von Craft-Bieren aus den hierfür wichtigsten Ecken Europas und – das Gute liegt oft nah – von kleinen Brauereien im nahen Niederbayern.

Das belgische Kriek Bier hat fruchtige, kirschige Noten

Das belgische Kriek Bier hat fruchtige, kirschige Noten

Fritz testen Rodenbach Grand Cru

Fritz testet Rodenbach Grand Cru

Zwei belgische Spezialbiere wirkten als Aperetiv: Ein Kriek aus altem und jungem Lambic, einem spontan vergorenen Bier und ein Rodenbach Cuvée aus verschiedenen im Holzfass gelagerten Bieren.
Danach füllte sich der Tisch mit selbst gemachtem Fingerfood, das wir von zuhause mitbringen konnten.

Die Tafel mit mitgebrachtem Fingerfood

Die Tafel mit mitgebrachtem Fingerfood

Käse und Butter aus Wallersdorf

Käse und Butter aus Pilsting: Milch und Käse ab Hof, Familie Hans Zeller, Kapellenweg 5, 94431 Pilsting, 09953/90014

 

Auch Schokokuchen passt zum Bier

Auch Schokokuchen passt zum Bier

Drei mal die Woche setzt Brandstetter einen Sud von je 200 Litern an, die er mit unterschiedlichen Malzen und Aromahopfen ausbaut. Fünf seiner Sorten konnten wir probieren.

 

Johann Brandstetter

Johann Brandstetter

 

Tropical Sun (IPA = India Pale Ales), mit 8 Hopfensorten. Goldgelb mit rötlichen Reflexen, weich, harmonisch, fruchtig-herb. Schmeckt nach Aprikose, Mango, Grapefruit.
Mandarin (Weizenbier), mit Hopfen Mandarina Bavariae aus der Hallertau. Ockergelb, weich, rezent, leicht fruchtig. Im Nachtrunk anhaltender Fruchtgeschmack.
Aurora (Weizenbier), mit Hopfen Polaris aus Tettnang gehopft. Strohgelb, riecht nach frisch gemähtem Gras und Minze. Schmeckt spritzig elegant wie Gletschereisbonbon.
Red Baron (Amber Ale), mit amerikanischem Hopfen Cascade und Centennial gehopft. Bräunlich mit rötlichen Reflexen. Riecht fruchtig nach Aprikose, Mango, Grapefruit. Schmeckt komplex, fruchtig umhüllt von einem leicht süßlichem Malzkörper.
Black magic woman (Schoko Stout), mit feinen Malzen & Hopfen, Zartbitterschokolade und braunem Rohzucker. Mahagonibraun bis schwarz, riecht nach Kaffee und Schokolade mit leichtem Whiskeyeinschlag. Geschmacklich ist die Zartbitterschokolade präsent, begleitet von Röstnoten mit deutlich wahrnehmbarer Süße.
Dann kamen die Trappistenbiere aus Belgien an die Reihe
Chimay Tripel, Geschmacklich zeichnet es sich vor allem durch das Zusammenspiel von süßen und bitteren Noten aus.
Orval, Berühmtes Trappistenbier aus den belgischen Ardennen, mit einer speziellen Hefeart in der Flasche vergoren.
Dunkle malzige Biere folgten:
Schneider Porter Weisse (Kombiniert zwei klassische Bierstile: bayerisches Weissbier/englisches Porter Bier), dunkler Ebenholzton. In der Nase Schokoladen – und Kaffeetöne. Geschmacklich röstig-malzige Noten die an Nüssen und Zartbitterschokolade erinnern. Komplexes Aromenprofil.
Fullers Black Cab (Stout), dunkles, tiefschwarzes Bier aus fünf verschiedenen Malzsorten. Röstaromen die an Kaffee und Schokolade erinnern bestimmen den Geruch und setzten sich im Geschmack fort. Daneben sind Nuancen von roten Beeren und Vanille zu erkennen.
Fullers London Porter, zählt zu den besten Porter Bieren weltweit. Tiefschwarze Farbe durch Verwendung von Kristall- und Schokoladenmalz. Im Geschmack einzigartig cremig-schokoladig.
OARIS (Oak Aged Russian Imperial Stout), Komposition aus unterschiedlichen Fassreifen. Schwarz wie die Nacht, duftet und schmeckt intensiv nach dunkler Schokolade und Kaffee. Feine beerige Noten zaubern zusätzlich einen angenehmen Genuss und Blaubeeren und Waldbeeren kommen mit einem Hauch von Vanille zum Vorschein.
Und am Ende noch zwei herausragende Biere aus Niederbayern:
Florianibock im Bourbonfass (preisgekrönter Bock aus dem Hause Krieger/Landau)
Komplexe Sherry/Whiskey/Vanillenoten. Ein echtes Gourmet-Bier! Leider im Moment ausverkauft.
Seemannshausener Marzelator (dunkler Doppelbock)
Unfiltrierter dunkler Doppelbock; schmeckt nach Sherry, Honig, Vanille, Waldboden…

Das Pub füllt sich

Das Pub füllt sich

Der Abend war lang. Allmählich füllte sich die Braugarage. Man konnte sich fühlen wie in einem englischen Pub, keine geschlossenen Tischkreise, sondern wechselnde Gesprächsrunden. Diese Lokalität hat sich nach nur vier Monaten etabliert, sucht seinesgleichen auf dem flachen Land und ist ein echter gesellschaftlicher Gewinn für den Markt Wallersdorf.

 

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One comment on “Craft: Handwerk, Vielfalt, Genuss

  1. Antworten Peter P. Mai 11,2015 15:18

    Und wir Biernasen müssen darben hier im Norden….Diaspora kann ich da nur sagen. Ihr solltet einen Versandhandel für uns Nordlichter machen. Ich trinke immer weniger Bier, weil ich in Berlin handmade Pale Ale getrunken habe und seit dem die Industriebrühe nicht mehr trinken kann!

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