Besuch in Höhenberg

Ein Besuch der Lebensgemeinschaft Höhenberg bei Velden ist immer ein besonderes Erlebnis. Von allen Seiten wird man gegrüßt und angesprochen. Man spürt auf Schritt und Tritt, dass hier ein besondere Geist weht, dass die dort betreuten Menschen mit meist geistigen Einschränkungen sich wohl und zuhause fühlen. Die Grundidee von Höhenberg ist, zusammen mit Behinderten eine Urproduktion zu betreiben, die auch die Veredelung der Produkte mit einschließt um einen möglichst geschlossenen Kreislauf zu bilden. Im Lebensmittelbereich trifft sich diese Idee hervorragend mit dem Ziel von Slow Food, gute Lebensmittel sauber und fair herzustellen und zu vertreiben.

Frau Porcel führte durch die Werkstätten

Frau Porcel führte durch die Werkstätten

Eine Slow-Food-Gruppe aus Dingolfing und Landshut erhielt die Gelegenheit, die Lebensmittelbetriebe der Lebensgemeinschaft aus erster Hand kennenzulernen.
Höhenberg betreibt einen landwirtschaftlichen Demeter-Betrieb mit ca. 80 ha. Das Herzstück ist dabei die Rinderzucht mit einer speziellen Fleckviehrasse. Demeter-Landwirte züchten weniger mit der Fragestellung, wie sich Höchstleistungen erzielen lassen. Stattdessen geht es darum, eine betriebsangepassten, harmonische, langlebige Kuhherde aufzubauen. Diese erhalten kein Kraftfutter, werden in der Regel doppelt so alt als in der Intensiv-Landwirtschaft und werden nicht durch künstliche Befruchtung vermehrt.

Kühe mit Hörnern, heute ein seltener Anblick

Kühe mit Hörnern, heute ein seltener Anblick

Hier sind die Kühe vor allem Lebewesen

Hier sind die Kühe vor allem Lebewesen

Die 80köpfige Rinderherde ist wesentlicher Teil des Kreislaufsystems innerhalb der Höhenberger Landwirtschaft. Der Dünger ist im Ackerbau und in der Gärtnerei hoch willkommen. In der Gärtnerei waren gerade die Vorbereitungen für den Winter in vollem Gange. Momentan wird aufgeräumt, in den großen Gewächshäusern wächst Feldsalat, Portulak, Rukola und Petersilie.

In den großen Gewähshäusern wächst zur Zeit vor allem Feldsalat

In den großen Gewähshäusern wächst zur Zeit vor allem Feldsalat

Die Produkte der Gärtnerei und der Landwirtschaft werden entweder im Haus veredelt oder wandern in die Biokiste, die mittlerweise bis über Dingolfing hinaus vertrieben wird.Auch die Bäckerei verwendet zunächst das eigene Getreide und arbeitet im Zweischicht-Betrieb.

In der Tagschicht werden Kuchen gebacken

In der Tagschicht werden Kuchen gebacken

In der Nacht werden Brot und Gebäck hergestellt, am Tag Kuchen und Konditoreiprodukte.
Die Milch der Kuhherde geht direkt in die Käserei, die seit einigen Jahren erneuert werden und nach strengen Hygienekriterien Milch, Joghurt, Quark, Weich- und Schnittkäse herstellt.

Weil Putztag war, konnten wir auch die Käserei von innen besichtigen

Weil Putztag war, konnten wir auch die Käserei von innen besichtigen

Etwa 150 Behinderte werden in Höhenberg betreut. 150 Festangestellte leisten diese Betreuung und sind für den laufenden Betrieb der Werkstätten verantwortlich. Der Vertrieb der Biokiste wurde in einen eigenen Betrieb ausgelagert, der in Velden einen Laden und eine Vertriebshalle betreibt.Am Ende wurden die Slow-Food-Gäste noch in der Kantine bewirtet. Dort wird täglich ein vegetarisches Mittagessen bereitet, am Donnerstag allerdings gibt es auch Fleisch. Ein Konzept, das beispielgebend sein könnte um das Leben von künftig 10 Milliarden auf dieser Erde zu ermöglichen.

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